Liebe Netzpilger, Freunde, Verwandte und Bekannte! "Komm lieber Mai und mache die Bäume wieder grün, und lass uns an dem Bache die kleinen Veilchen blühn." "Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus. Da bleibe wer Lust hat mit Sorgen zuhaus..." Zum Beginn des Monats Mai in diesem Jahr fallen mir wieder die alten Lieder über den Mai ein. Der Mai zeigt sich aber auch in unserer Region des Thüringer Waldes wieder von seiner blühenden üppigen Seite. Wenn es heute auch den ganzen Tag geregnet hat, so muss dies ja wohl auch sein. Wie sagt das Sprichwort? "Mai kühl und nass, füllt den Bauern Scheun und Fass." Am Anfang des Maies war es ja so schönes Wetter, dass ich das Sprichwort gar nicht zitieren wollte. Die Eisheiligen aber kommen wohl doch noch. Der Jahresrythmus bleibt wie bekannt bestehen, wenn sich auch das Klima ändern soll. So zieht uns der Mai wieder hinaus in Gottes blühende üppige Natur. Wir wandern und pilgern und freuen uns an dem kleinen Mehrwert, den uns unser Glaube über das Wandern in die Natur hinaus schenken will. Wir staunen über Gottes Lebensfülle in der Natur und lassen uns durch dieses pralle Leben der Natur mit hinein ziehen in die Fülle der Güte Gottes. Wir fühlen uns hinein genommen in die ersten Schöpfungstage mit den Schöpfungsworten aus dem 1. Buch Mose 1, 11: "Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume auf Erden, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist. Und es geschah so. Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringt, ein jedes nach seiner Art, und Bäume, die da Früchte tragen, in denen ihr Same ist, ein jedes nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war." Dieses Gefühl, der Güte und Fülle Gottes, möge Sie und uns alle auf unseren Pilgertouren in der schönen Natur Gottes, aber auch in unser innerstes Lebensgefühl begleiten. Wie heißt es in dem zweiten oben genannten Mailied? "Da bleibe wer Lust hat mit Sorgen zuhaus!" Ihr und Euer Hans-Joachim Köhler, Oberpfarrer i.R. ______________________________ Zella-Mehlis, den 06.Januar 2012 Liebe Netzpilger, Freunde, Verwandte und Bekannte, ein Himmelsphänomen hat am Heiligen Abend 2011 unsere Christvesper bereichert. Wie der Stern von Bethlehem den Weisen aus dem Morgenland den Weg wies, so sahen auch unsere Krippenspielkinder und die gottesdienstlichen Gemeinden am 24. Dezember 2011, als sie auf dem Weg zur oder von der Christvesper gegen 17:30 Uhr das Schauspiel einer verglühenden Sternschnuppe eine längere Zeit am Himmelsfirmament sahen. Sie berichteten anschließend ganz eindringlich davon, auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, was dieses Himmelsphänomen ausgelöst hatte. Sie standen noch ganz unter dem Eindruck des kurz zuvor gespielten Krippenspieles, in dem die drei Weisen dem Stern von Bethlehem gefolgt waren, und nun auch des sich real am Himmel erfolgten Ereignisses. Erst in den nächsten Tagen löste sich das Himmelsphänomen ganz rational als das Verglühen einer Raketenstufe in der Erdatmosphäre aus. Hat diese nachfolgende rationale Erklärung den Reiz des Augenblickes zerstört? Ich glaube nicht. Sind nicht auch die Weisen aus dem Morgenlande einem heute rational erklärbaren Himmelphänomen gefolgt? Was ist eine Sternschnuppe, ein Komet oder auch eine besondere Sternkonstellation anderes als das Verglühen einer interstellaren Materie im Weltenraum oder in der Atmosphäre der Luft? Und doch führte er Menschen aus fernen Landen zu dem Kind in der Krippe. Somit war der Stern eines der ersten christlichen Motive, um zu pilgern. Die Weisen aus dem Morgenlande sahen in einem „Naturereignis“ einen besonderen Hinweis auf den Beginn eines neuen Zeitalters, den sie von Gott dem Herrn erhofften. Sie vertrauten diesem Zeichen und machten sich auf den Weg. Sie selbst hatten durch dieses Vertrauen in dieses Zeichen sich selbst verändert. Sie haben eine beschwerliche Reise mit vielen möglichen Unbilden auf sich genommen, und haben es nicht bereut. Sie haben im Vorhinein eine Erwartung gehabt, die sich am Ende ganz anders auflöste. Sie haben sich auch auf einen Rückweg begeben, den sie so nicht erhofft hatten. Diese Erfahrungen können wir auch in diesem Jahr 2012 erpilgern. Diese Weisen aus der bekannten Weihnachtsgeschichte könnten auch heutige Wissenschaftler sein, die glaubend oder auch fragend und hinterfragend diese Welt und ihre Materie erforschen und interpretieren. Nun kommt es auf die Fragestellung und die Sichtweise an, ob sie staunend anbetend diese Schöpfung erfahren, oder sich nüchtern nihilistisch in ein unausweichliches Schicksal der Natur ergeben. Wir wünschen Euch, Ihnen und uns allen für das Jahr 2012 das Staunen und Erstaunen in dem Wissen, dem Erforschen, dem Interpretieren unserer Umwelt und dem Glauben, dass Gott der Herr diese Naturgesetze nutzt, um uns auch in diesem Jahr zu seinem Kind in der Krippe zu führen. Er will uns zu diesem Ziel bewahren und beauftragt uns seine Schöpfung bis zu seinem Ziel zu bewahren. Hans-Joachim Köhler, Opfr iR. Lichtschimmer am Horizont der Hoffnung Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. … Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Jesaja 9,1.5-6 Liebe Netzpilger! Die Jugend liebt ja heute wieder viele Abkürzungen, um schnell Mails zu schreiben: zB „hdgdl”-„hab dich ganz doll lieb“. Ich habe heute auch so eine Abkürzung: „LSdH”-„Lichtschimmer der Hoffnung“ Den 1. LSdH hatte der Prophet Jesaja nach dem Jahr 722 v. Chr., als er in einer Zeit größter Verzweiflung, das Kommen eines Friedensbringers sah: Ein Kind, das eingesetzt werde, um mit friedlichen Mitteln, inmitten des Gedröhns von Soldatenstiefeln, eine Macht aufzurichten, die sich wirklich nach Gottes Willen richtet. Den 2. LSdH bekam Maria mit dem Besuch des Engels. Stellen sie sich vor, welches die ersten Gedanken von Maria gewesen sein mussten, als sie erfuhr, dass sie ein uneheliches Kind bekommen sollte! Da musste der Engel ihr schon sehr viel Hoffnung für ihre Zukunft geben, das sie dieses Kind in ihrem innersten Wesen annahm. Gittes Krippe in unserem Bücherregal 2011 Den 3. LSdH brauchte Maria, als sie das Kind außerhalb jeder Klinik und außerhalb jeder menschlichen Ordnung in einem unhygienischen Stall gebären musste. Da mussten ihr schon sehr viele Engel und ein riesiger Stern eine Hoffnung für das zukünftige Leben ihres Kindes geben. Den 4. LSdH bekamen die Hirten, die als einfache Menschen auf einer sozial niedrigen Stufe der Gesellschaft, ein himmlisches Zeichen der Veränderung ihrer Lebensumstände bekamen. Sie haben sich augefmacht, um dieser Hoffnung entgegen zu gehen. Aber auch die klugen und fragenden Menschen, die weisen Männer aus dem Orient, brauchten 5. einen LSdH für ihre wissenschaftlichen Bewertungen des Lebens in der zukünftigen Welt; damit sie ihre Zukunftsprognosen nicht mehr nur in einem verdunkelten Licht der Hoffnungslosigkeit sahen. Sie brauchten den LSdH, um hinter aller Erforschung der kleinsten und größten Teile der Materie und ihrer daraus folgenden Fragen, den Schöpfer des Alls und den Sinn der Schöpfung zu suchen und zu erkennen. So dürfen auch wir, jeder von uns, in vielen hoffnungslosen Situationen unseres Lebens, Gottes „LSdH” bekommen; ja sogar da, wo wir ihn oft gar nicht vermuten. Gott der Herr schenke uns in diesen weihnachtlichen Tagen, und darüber hinaus, seinen „Lichtschimmer am Horizont der Hoffnung“, seinen „LSdH“. Meine kleine Verdichtung „Ein Kind ist geboren“ will Euch dabei helfen. Mailt euch diesen „LSdH” oft zu! Ihr braucht ihn, und Eure Freunde brauchen ihn auch; genauso, wie die Luft zum Atmen, oder wie das Amen in der Kirche. Amen Wir wünschen uns allen in diesem restlichen und dem kommenden Jahr 2012 diesen Lichtschimmer der Hoffnung in allen Bereichen unseres persönlichen, aber auch des politischen Lebens. Eine innerlich ruhige Weihnachtszeit und ein gesegnetes neues Jahr Eure Brigitte und Hans-Joachim Köhler |