Beschreibung: Als ältester, urkundlich erwähnter Ort Thüringens (704 n. Chr.) wird Arnstadt in diese Reihe der historischen Orte aufgenommen. Die Mauerreste eines Benediktinerrinnenklosters auf dem Walperberg, zwei Kilometer südlich von Arnstadt, bezeugen ein 1196 urkundlich erwähntes Walpurgiskloster. Seit 725 wirkte der angelsächsische Mönch Bonifatius in dieser Region. Errief seine Nichte Walpurgis und die Neffen Wunnibald und Willibald zur Mitarbeit in sein Missionsgebiet Hessen und Thüringen. Im nahegelegenen Ort Sülzenbrücken wurde Willibald 741 zum Bischof geweiht und zog später nach Eichstätt, wo er 781 starb. Walpurgis war einige Zeit im Michaeliskloster in Ohrdruf und folgte dann ihrem Bruder Wunnibald ins Benediktinerkloster in Heidenheim, wo sie 779 als Äbtissin starb und ein Jahr später nach Eichstädt überführt wurde. Wunnibald wurde 761 in Heidenheim beigesetzt. Diese drei heiliggesprochenen Geschwister, die nachhältig diese Region geprägt haben stehen neben der wichtigen Gestalt des Winfried-Bonifatius. Seine Lebensdaten findet man unter der Pfadstation Ohrdruf. Die Besonderheiten Arnstadts liegen nicht nur in seiner verkehrsgünstigen Lage als "Tor zum Thüringer Wald", sondern auch in seiner Bekanntheit als Bachstadt. 1703-1707 hatte Joh.Seb. Bach in der ehemaligen Bonifatiuskirche seine erste Organistenstelle. Auch Onkel und Vettern waren hier Stadtpfeifer und Organisten. 25 Mitglieder der in Thüringen weit verzweigten Bach Familie sind nachweislich auf dem Alten Friedhof beigesetzt. Ein interessantes Baudenkmal der Stadt ist die Liebfrauenkirche. Im jahr 1200 mit dem Bau begonnen, ist sie ein Übergangsstil von der Romanik zur Gotik, ausgestattet mit einem spätgotischen Flügelaltar und anderen Kunstwerken. |